Ein friedlicher Samstagmittag in Göttingen
...vermutlich nicht wirklich. Aber gut wenn hier nen NPD-Aufmarsch ist, dann ist klar das die Antifa dagegen halten muß. Aber soll man sich von solchen Kleinigkeiten den Tag vermiesen lassen? Ich denke nicht.
Also ziehen wir zu zweit los um in die Stadt zu kommen zum Essen. Da wollen wir uns dann mit noch 2 Leuten treffen die aber schon in der Stadt sind. Um 13.00 Uhr gehts dann los in Richtung Stadt - Auto und Fahrräder werden vorsorglich zurückgelassen. Jetzt gerade ist die Polizei auch bei mir vor der Haustür und sperrt die Strasse für den Autoverkehr. Wir sind zu Fuß unterwegs, also kanns weitergehen. Schon an der ersten Kreuzung ahnen wir wo der Rauchgeruch herkommt (siehe Bild 1). Von der anderen Seite nähert sich gerade eine Hundertschaft in Aufruhr-Ausrüstung. Da gehen wir doch lieber geradeaus weiter. Nur dumm das uns dort eine Splittergruppe Antifa entgegenkommt, die nix von der Hundertschaft ahnt. Die Antifa'ler sehen die Hundertschaft auch genau dann als wir mitten zwischen ihnen stehen. Da kommen sie auf die Idee umzudrehen - toll dann stehen wir dazwischen und kriegen statt Brunch ne Tracht Prügel, super. Also biegen wir ab Richtung Campus, der scheint leer zu sein - zumindest was grössere Gruppen Antifa oder Polizei angeht.
Am Campus zieht dann gerade die friedliche Gegendemo vorbei. Als die vorrübergezogen sind versuchen wir unser Glück. Leider steht die NPD, lauthals ihre dämliche Nazi-Musik spielend direkt auf der Kreuzung Weender Landstr./Nikolausberger Weg. Daher hat die Polizei eine Kette aus Polizisten um den Campus gelegt. Da ist also kein Durchkommen. In ermangelung anderer Optionen wandern wir also an den Polizisten entlang den Nikolausberger Weg hoch bis wir wieder bei der Goßlerstr. ankommen. Hier brennt inzwischen die Barrikade nicht mehr und wir können an den Polizisten vorbei Richtung Deutsches Theater. In der Wilhelm-Weber-Strasse können wir gerade beobachten wie eine Gruppe von etwa 8 minderjährigen Antifalern versucht sich durch das Gitter des botanischen Gartens zu quetschen. Nett wie wir sind weisen wir sie kurz auf den ca. 15 Meter daneben liegenden Ausgang hin...
Von hier an geht der Weg in die Stadt recht problemlos. Wir sehen zwar am Ende der Wilhelm-Weber-Strasse das nächste Räumkommando und laufen an ca. 20-30 Polizeibussen vorbei die in der Wöhlerstrasse auf ihren Einsatz warten. Aber abgeriegelt ist nichts mehr. Als wir gerade am Deutschen Theater sind bekommen die genannten Polizeibusse wohl ihren Einsatzbefehl und rasen allesamt mit Blaulicht los um am Kreisel zu wenden und wieder in die Richtung zu verschwinden aus der sie gekommen sind. Eine weitere kleine Absperrung und knapp 8 weitere Polizeifahrzeuge später sind wir endlich in der Burgstrasse angekommen. Hier können wir fröhlich feststellen das das Lokal das wir als Ausweichlösung anvisiert haben (weil die 1-Wahl aufgrund der Demos zu hat) ebenfalls geschlossen ist.
Es hat dann zwar noch etwas gedauert, aber zu essen haben wir alle bekommen. Auch wenn das nächste Lokal ebenfalls nicht in der Lage war uns mit Nahrung zu versorgen. Irgendwie haben uns die netten Damen nach der Getränke-Bestellung komplett ignoriert.
Der Rückweg war zwar nicht mehr ganz so spannend wie der Weg hin, aber dafür habe ich da mehr Bilder machen können. Ich muss sagen, teilweise kam ich mir echt vor wie in einem Film oder einem Zeitungsbericht über ein Krisengebiet. Es ist schon eine sehr interessante Atmosphäre gewesen. Diesen ganzen qualmenden Barrikaden in fast leeren Straßen, vereinzelt Menschen. Alle naselang ein paar Uniformierte. Schwer in Worte zu fassen, aber auf jedenfall ein sehr interessanter Samstag.
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